Digitaler Stadtrundgang - St. Thomas Kirche
Die St. Thomas Kirche zu Pretzien wurde in Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet und gehört heute als bedeutendes historisches Erbe zur Straße der Romanik. Der im Auftrag des Markgrafen Albrecht des Bären entstandene Bruchsteinbau besteht aus einem flach gedeckten Schiff mit eingezogenem rechteckigem Chor, Apsis und einem quadratischen Westbau, welcher 1769 einen Turm mit Fachwerkaufsatz und Haube erhielt. Der Ort Pretzien war eine Schenkung Albrecht des Bären an das Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg im Jahr 1151.
Im Inneren der Kirche sind besonders die spätromanischen Wandmalereien sehenswert, die von der Restauratorin Anna-Maria Meussling zwischen 1973 und 1977 bei Restaurierungsarbeiten freigelegt wurden. Von den Malereien, die in mangelnder Qualität erhalten sind, lassen sich Themen aus der Bibel ableiten.
In der Apsis wird nach byzantinischem Vorbild der thronende Christus dargestellt, ihm zur Seite Maria als Himmelskönigin und Johannes der Täufer. Im Chor sind die Jakobsgeschichte und das Gleichnis der klugen und törichten Jungfrauen zu erkennen. An den Chorwänden sind weitere biblische Geschichten zu sehen, so etwa das Abendmahl und das Lazarusgleichnis. Bemerkenswert ist der romanische Taufstein zu Füßen der Kirchenorgel.
Der Kirchturm wurde nach einem Blitzeinschlag im Jahr 1769 komplett abgerissen und im Fachwerkstil „wilder Mann“ wieder aufgebaut. Der Aufbau wurde vom Kurfürsten Friedrich August III. finanziert. Im Turmraum der St. Thomas Kirche ist ein heiliges Grab eingebaut.
1992 wurde die Orgel durch die Firma Orgelbau Hüfken aus Halberstadt wieder neu erbaut. Die Einweihung der Orgel wurde 1993 feierlich vollzogen. 2021 wurde die Kirchenorgel mit ihren insgesamt 800 Orgelpfeifen durch eine Fachfirma aufwändig gereinigt und neu intoniert. In den Sommermonaten finden regelmäßig Sommermusiken statt. Im Jahr 2001 erhielt die Kirche wieder zwei neue Glocken. Den Glockenturm schmücken seither auch wieder vier Turmuhren.
Die Kirche kann an Samstagen und Sonntagen zwischen 14 und 16 Uhr besucht werden.
Tourist-Information „Am Markt“
Markt 21
39218 Schönebeck (Elbe)
Telefon: 03928 842742
E-Mail: tourist-info@solepark.de
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